Ben Mirwald von den Sternfreunden zur Mondfinsternis

Für mich war diese Mondfinsternis etwas äußerst Besonderes. Seit langem hat das Wetter wieder mal so mitgespielt wie es sollte: Es hat die Spannung bis zum Schluss auf die Spitze getrieben. Nach unseren Vorträgen der Blick nach draußen - und es sind immer noch Wolken. Selbst als der Mond durch den Regenvorhang spitzte war es noch immer unklar ob wir die Finsternis auch wirklich sehen würden...
Und dann hat alles geklappt, auch das Ablichten der Mondfinsternis mit der Webcam. Das Beste an einer Finsternis ist aber trotz aller Fotografie und allen Teleskopen immer noch der direkte Anblick. Fast schon schade, dass die Himmels-Mythen der Antike ihre Bedeutung in der modernen Welt scheinbar verloren haben.
Ein orangerot leuchtender Mond ist ja einfach etwas Tolles!



Unser Vorsitzender Bernhard Deufel berichtet aus Indien

Es war eine der interessantesten MoFis seit den dunklen Pinatubo-Finsternissen Anfang der 90ger Jahre. Besonders imposant waren die Farbspiele in der Nähe des Außenrandes des Kernschattens. Solche blaugrünen Farbsäume am Mondrand habe ich noch nie beobachtet. Und dies war nun meine 9.Totale Mondfinsternis seit 1985! Ich empfand diese Finsternis auch als die dunkelste die ich je gesehen habe. Das lag sicherlich auch am tiefen Eintauchen des Mondes in den Kernschatten. Ich habe die Finsternis an der Küste Goas unter Kokospalmen ab 20Minuten vor Eintritt in den Kernschatten bis ca. 10 Minuten nach Mitte der Finsternis (in Indien dann 5Uhr morgens) am Strand verfolgt. Während es langsam dunkler wurde und immer mehr Sterne sichtbar wurden, stieg im Osten der Skorpion mit Jupiter komplett über den Horizont und im Südwesten leuchtete das Kreuz des Südens in 15 Grad Höhe, daneben Hadar und alpha Centauri.