Beobachtung mit dem Fernglas - Algol, teuflisches Vergnügen

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© Astronomie Heute 11/2006 - Foto von Eckhard Slawik
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Genickstarre garantiert! Perseus steht in den Herbstnächten hoch am Himmel und bietet eine Menge Interessantes

Wahrscheinlich wussten unsere Ahnen schon vor Jahrtausenden, dass mit diesem Stern etwas nicht stimmt und sahen Böses in seiner Erscheinung. Die Rede ist von Algol (Beta Persei, b Per), dem berühmten Veränderlichen im Sternbild Perseus, einem Mehrfachsystem in 96 Lichtjahren Entfernung. In der westlichen Welt steht diese Sonne für den abgeschlagenen Kopf der Medusa und auch heute noch hat sie den Beinamen Dämonen- oder Teufelsstern. Die Bahnebene der sich umkreisenden Sonnen liegt von der Erde aus betrachtet gerade so, dass die schwächere Komponente regelmäßig vor Algol vorüberzieht und seine Helligkeit sich dadurch deutlich von 2,1te auf 3,4te Größe verringert.
Dieser Vorgang wiederholt sich präzise alle 68 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden. Das Minimum hält über neun Stunden an, anschließend steigt die Helligkeit von Algol wieder auf seinen ursprünglichen Wert. Im Feldstecher lässt sich dieser Wandel gut verfolgen. Als Vergleichsstern bietet sich Gorgonae Tertia (Rho Persei r Per) an, der gut zwei Grad südlich von Algol leuchtet. Stellen Sie dafür Ihren Feldstecher unschaf, sodass Sie eine kleine Scheibe sehen. Jetzt können Sie die Helligkeiten der Sonnen besser miteinander vergleichen.
Nehmen Sie sich doch an einem klaren Herbsttag etwas Zeit für diese Sonne, die schon unsere Vorfahren beschäftigt hat. (Quelle: Astronomie Heute 11/2006)

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