Goldener Henkel am Mond

 
Grafik: Winfried Kräling - Der Fernrohrauschnitt zeigt überwiegend die mit einigen
Einschlagkratern durchsetzte glatte Lavafläche des Mare Imbrium (Regenmeer).
 

In der Abendämmerung an 25. März bis ca. 22:00 Uhr MEZ ergibt sich für Mondbeobachter ein schöner Anblick, der nicht häufig vorkommt: In der nördlichen Hälfte an der Licht-Schatten-Grenze (Terminator) des knapp zehn Tage alten Mondes liegt als Ausbuchtung des Mare Imbrium (Regenmeer) das Sinus Iridum (Regenbogenbucht). Dabei handelt es sich um eine alte lavaüberflutete Wallebene von 260 km Durchmesser, deren Rand im westlichen und nördlichen Teil erhalten ist. Die Gipfelregionen der Jura-Berge werden bereits beleuchtet, während die tiefen Lagen noch im Schatten liegen. Für den Beobachter entsteht der Eindruck eines losgelösten hellen Bogens - dem so genannten Goldenen Henkel. Im Laufe der Nacht kann man verfolgen, wie sich der Terminator langsam voranschiebt und das Licht schließlich die gesamte Regenbogenbucht erobert.